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Mit dem Dachzelt nach Sardinien

Im Oktober mit Dachzelt, Auto und Hund auf die Fähre nach Sardinien: Route über den Gardasee, Nachtfähre ab Livorno, Stellplätze am Meer und die Wanderung zur Gola su Gorropu.

3 Min. Lesezeit

Eigentlich war der Sommer schon durch. Aber im Oktober noch mal ein paar warme Tage mitnehmen, das war zu verlockend. Also haben wir kurzerhand die Fähre gebucht, das Dachzelt aufs Auto gepackt, Luna eingeladen und sind Richtung Süden los.

Über den Gardasee nach Livorno

Die Strecke am Stück runterzureißen macht keinen Spaß. Der Gardasee lag gut auf dem Weg, also haben wir dort einen Zwischenstopp eingelegt und die erste Etappe gemütlich ausklingen lassen. Nach zwei Tagen ging es weiter nach

Livorno, wo wir die Nachtfähre mit Sardinia Ferries nach Golfo Aranci genommen haben. Wer mit Sardinien im Süden liebäugelt, findet ab dort die kürzeren Überfahrten in den Norden der Insel, was uns für unsere Hündin sehr wichtig war und zum anderen oft deutlich günstiger ist, als die längere Überfahrt ab Genua.

Enger als Jedes Parkhaus

Ein Tipp, den man leicht übersieht: Mit Dachzelt und Träger kamen wir auf 2,10 m. Ab zwei Metern rutscht man bei vielen Reedereien in eine höhere Fahrzeugkategorie, die etwas teurer wird. Bei der Buchung also die volle Höhe mit Dachzelt angeben und nicht nur die des Autos, sonst muss vor Ort nachgezahlt werden oder im Schlimmsten Fall wird man im Hafen stehen gelassen.

Nachtfähre nach Sardinien, mit Hund

Pünktlich angestellt, und dann ging es direkt runter auf das tiefste Deck im Schiff. Enger als jedes Parkhaus, mit ein paar Zentimetern Luft zwischen den Spiegeln. Nichts für schwache Nerven, aber am Ende passte alles. Für die Nacht hatten wir eine Kabine gebucht, in der Luna mit durfte. Ein kleines Abendessen, ein bisschen Schlaf, und um sechs mussten wir wieder raus aus der Kabine. Kurz vor Sardinien sind wir dann wieder wach geworden. Wie das mit Anmeldung, Kabine und Hund an Bord genau läuft, haben wir in einem eigenen Beitrag über die Fähre mit Hund aufgeschrieben.

Erster Stellplatz am Meer bei Palau

Der erste Campingplatz lag in der Nähe von Palau und hatte Stellplätze direkt am Wasser. So einen schönen Platz hatten wir seit dem nicht noch einmal, bei keiner unserer Reisen. Mit 55 Euro die Nacht war er auch einer unserer Teuersten, aber dank der Aussicht dennoch jeden Cent wert.

Dachzelt am Morgen

In die Berge: Wanderung zur Gola su Gorropu

Nach ein paar Tagen Sonne und Meer wollten wir was anderes sehen. Man denkt bei Sardinien selten an Berge, dabei hat die Insel im Landesinneren ordentliche Gebirgszüge. Unser Stellplatz lag direkt am Passo Genna 'e Silana, oben an der Passstraße, für 15 Euro die Nacht. Praktisch, denn der Weg in die Gola su Gorropu beginnt quasi vor der Zelttür.

Ausblick vom Start der Wanderung

Die Schlucht gilt als eine der tiefsten Europas, an manchen Stellen ragen die Felswände mehrere Hundert Meter über einem auf. Vom Pass geht es erst lange bergab ins Tal, und je tiefer man kommt, desto enger und stiller wird es zwischen den glatt geschliffenen Felsen. Den knackigen Aufstieg zurück haben wir uns gespart und sind mit einem Jeep-Shuttle wieder hoch. Diesen sollte man direkt am Eingang der Schlucht bereits reservieren. Wenn man den ganzen Abstieg schon in den Beinen hat und der Hund mitläuft, ist das jeden Euro wert. Feste Schuhe und genug Wasser gehören trotzdem ins Gepäck.

Schlucht Gola su Gorropu

Ausklang an der Ostküste

Zum Schluss haben wir es an der Ostküste ruhig angehen lassen, auf dem Campingplatz La Pineta bei Bari Sardo, für rund 30 Euro die Nacht. Ein paar Tage Meer, Pinien und nichts weiter vorhaben. In der Nebensaison hatten wir zum Glück keine Probleme, Luna mit an den Strand zu nehmen. Im Hochsommer ist das an vielen Stränden Sardiniens strenger geregelt, im Oktober war deutlich mehr möglich.

Strand bei Bari Sardo

Rückweg mit Umweg

Für die Rückfahrt ging es wieder nach Golfo Aranci und von dort wieder entspannt mit der Nachtfähre aufs Festland. Eigentlich wollten wir auf dem Heimweg noch in Venedig haltmachen. Ein Unwetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, also haben wir den Stopp gestrichen und sind stattdessen über Südtirol zurück. Auch nicht das schlechteste Ende für eine Reise, die eigentlich nur den Sommer verlängern sollte.