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Mit dem Dachzelt nach Sardinien

Wie die Überfahrt mit dem Dachzelt klappt, welcher Hafen sich lohnt und wo man auf der Insel wirklich schlafen darf.

2 Min. Lesezeit

Wir wollten nicht fliegen und dann im Hotel festsitzen. Also kam das Auto mit, Dachzelt oben drauf, zwei Wochen Zeit und der Plan, einmal langsam um

Sardinien zu fahren und jeden Abend woanders aufzuwachen.

Das Wichtigste zuerst, weil es fast schiefgegangen wäre: Mit Dachzelt bist du ein hohes Fahrzeug. Unser Kombi misst leer etwa 1,55 m. Mit Zelt und Dachträger waren es 2,05 m. Bei der Buchung fragt die Reederei nach der Höhe, und ab zwei Metern rutschst du oft in eine teurere Kategorie. Beim ersten Versuch hatte ich das Zelt einfach vergessen und durfte am Schalter nachzahlen. Also lieber einmal richtig nachmessen, mit allem, was oben bleibt.

Welcher Hafen?

Von Genua, Livorno und Civitavecchia geht es rüber nach Olbia, Porto Torres oder Cagliari. Wir sind ab Genua nach Olbia gefahren, nachts, gut zehn Stunden. Olbia liegt im Nordosten. Von dort ist man schnell an den bekannten Buchten der Costa Smeralda, findet aber zwei Kurven weiter auch leere Strände. Wer direkt in den Süden will, bucht besser nach Cagliari. Sonst fährt man am ersten Tag die halbe Insel herunter, und das ist schade um die Zeit.

Für die Nachtfahrt haben wir eine kleine Innenkabine genommen. Kein Luxus, aber ausgeschlafen ankommen und gleich losfahren war jeden Euro wert. Ans Auto kommst du während der Überfahrt nicht, es steht unten im Schiffsbauch. Das Dachzelt bleibt also zu, auch wenn die Vorstellung, oben an Deck zu pennen, kurz verlockend war.

Schlafen auf der Insel

Dachzelt am Morgen zwischen Olivenbäumen

Jetzt der Teil, den viele unterschätzen: Wildcampen ist auf Sardinien verboten, und sie kontrollieren das, besonders an der Küste. Einmal hat uns morgens um sieben ein Ranger freundlich, aber bestimmt weitergeschickt. Seitdem suchen wir abends über eine Stellplatz-App nach Agriturismi, die ein paar Plätze für Camper und Dachzelte haben. Oft steht man dann zwischen Olivenbäumen, zahlt zehn bis fünfzehn Euro und bekommt morgens Kaffee und manchmal Feigen vom Hof.

Das hat die Reise eigentlich erst gut gemacht. Man landet an Orten, die man sonst nie ansteuern würde, und die Leute erzählen einem, wo der Strand ohne Liegenreihen liegt.

Was ich nächstes Mal anders mache

Früher buchen. Im Juli und August sind die Auto-Stellplätze auf den Fähren schnell voll, vor allem die mit Kabine. Und ich würde von vornherein nach Cagliari fahren und den Norden für den Rückweg lassen. So spart man sich die lange Strecke am Anfang, wenn man eh noch müde von der Nacht an Bord ist.